Wie man günstig ein Haus baut

Beim Hausbau sparen: Bauen ist nach wie vor eine teure Angelegenheit. Für die meisten ist es die größte, finanzielle Investition, die man tätigt. Während man in Deutschland, der Schweiz und Österreich sehr hohe Kosten hat, ist das Bauen in Großbritannien gerade mal halb so teuer wie in Deutschland. Einsparungen bei der Hausbau Planung sind deshalb enorm wichtig.

Baupartner richtig auswählen
Auch andere europäische Länder weisen günstigere Konditionen auf.  Ein Bauherr muss sehr viele Dinge beachten. Nicht nur die Anzahl der Hausanbieter ist groß. Genau so groß sind die Leistungsunterschiede zwischen den einzelnen Hausbaufirmen. Man sollte die Anbieter auf jeden Fall auf die Probe stellen und genauestens vergleichen, damit man später keine versteckten Kosten nachfinanzieren muss. Die Auswahl des richtigen Baupartners ist nicht leicht und man sollte hier neutralvergleichen, bevor man seine Entscheidung fällt.

Einsparpotentiale beachten
Um am Ende aber auch nicht zu viel bezahlen zu müssen für die gewünschte Leistung, sollte man genauso Einsparpotentiale beachten, damit man die Kosten nicht weiter unnötig erhöht, wie sie bereits sind. So kann man durch geschickt bedachte Lösungsmöglichkeiten, je nach Umfang einige hundert bis zu einigen tausend Euro einsparen.

Baukosten reduzieren
Die folgenden Spartipps sollen allen Bauinteressenten Anreize geben. Je nach persönlicher Situation des Bauherrn eignen sich sicherlich nicht alle Tipps und selbstverständlich gibt es weit aus mehr Einsparmöglichkeiten, als hier aufgeführt. Es sollen lediglich Ideen Ihren Hausbau geschaffen werden. Wenn Sie die Baukosten reduzieren, reduziert sich auch die monatliche Belastung für die Rückzahlung an die Bank.

Sparen bei: Innenausbau, Bodenplatte

Tipps für den günstigen Hausbau: 1-9

1.    Kostenkontrolle: Von Anfang an sollte sich jeder Bauherr mit der Kostenplanung beschäftigen. Je früher und intensiver man sich damit beschäftigt, desto besser kann man die Kosten eingrenzen und damit mit dem persönlich gesetzten Budget ständig abgleichen.
2.    Bau- und Lieferbeschreibung: Man sollte sich mit dem Leistungsumfang vor jeder Vertragsunterzeichnung genauestens auseinandersetzen und auf Vollständigkeit prüfen. Sinnvoll ist es, sich einen Fachberater zur Seite zu ziehen, der sich mit der Materie auskennt und bei Prüfung der Liefer- und Baubeschreibung einzelner Hersteller Klarblick verschafft.
3.    Innenausbau: Im Innenausbau kann es aus Kostengründen sinnvoll sein, das Material selbst zu besorgen und nur für die Ausführung einen Fachmann zu beauftragen. Man sollte allerdings beachten, dass der Handwerker für die Mängel des Materials nicht haftet. Der Bauherr sollte also auch genau abwägen, bei welchen Gewerken es sinnvoll ist.
4.    Einheitspreise: Sämtliche Leistungen sollten nach Einheitspreisen (z.B. Fliesenverlegung je Quadratmeter) berechnet und nicht nach Stunden verrechnet werden.
5.    Wandstärke: Im Bereich der Außenwände sollte man je nach Energieeffizienzklasse eine Wandkonstruktion wählen, die nicht dicker ist als nötig. Denn jeder weitere cm kostet den Bauherrn unnötig mehr Geld.
6.    Kniestockhöhe: Zusätzlich sollte man sich bei einem Satteldach über die Höhe des Kniestocks genau Gedanken machen. Je höher derKniestock , desto mehr Wandfläche benötigt man und dadurch erhöhen sich wiederum die Baukosten.
7.    Balkon: Balkone sollten auf die Fassade gesetzt und nicht etwa als auskragende Balkonplatten erstellt werden. In diesem Fall hätte man eine Wärmebrücke. Außerdem sollte sich jeder Bauherr über den Sinn eines Balkons Gedanken machen, falls eine ausreichend große Terrasse mit eingeplant ist.
8.    Bodenbeläge: Im Bereich der Bodenbelege kann der Bauherr ein Vermögen ausgeben. Daher sollte er Anfangs auf günstigere Alternativen, wie etwa Teppich- oder Kunststoffbelege setzen. Im Bad könnte man statt Fliesen Gummi- und Kunststoffbelege wählen. Man kann also bei den Belägen einiges sparen. Wenn man diese dann nach etwa 10 Jahren austauschen möchte, kann man sich über die Zeit was ansparen und sich dann für etwas höherwertiges Material entscheiden.
9.    Bodenplatte: Wenn man ohne Keller bauen möchte, könnte man sich die Kosten für einen Aushub der Baugrube sparen. Durch das Aufbocken der Bodenplatte reichen lediglich frosttiefe Streifenfundamente, um die Bodenplatte zu errichten. 

Sparen bei: Dachform, Fenster

Tipps für den günstigen Hausbau: 10-19

10.    Dachform: Falls der Bebauungsplan keine bestimmte Dachform vorsieht, so sollte man sich für ein relativ flaches (2°) Pultdach entscheiden. Es ist die kostengünstigste Variante, was die Dachform betrifft.
11.    Dachfenster: Wenn möglich, sollte der Bauherr bei seiner Planung Dachfenster vermeiden und stattdessen Fenster in Giebelflächen einbauen. Je nach Ausrichtung, erhält man dadurch ausreichend Lichteinfall und reduziert bei den Baukosten.
12.    Dacheindeckung: Je geringer die Neigung des Daches, desto aufwendiger und teurer wird das Dach. Hierbei werden an die Materialien höhere Anforderungen gestellt und auch die Abdichtung ist aufwendiger.
13.    Dachüberstand: Ein großer Dachüberstand schützt die Fassade, ist aber auch mit deutlichen Mehrkosten im Hausbau verbunden. Je nach Region, sollte sich der Bauherr informieren und schauen, dass er den Dachüberstand entsprechend der regionalen Witterungseinflüsse anpasst und nicht unnötig groß gestaltet.
14.    Sickerschacht: Mit einem Sickerschacht/Sickergraben kann man das Regenwasser zur Gartenbewässerung nutzen. Voraussetzung ist ein sickerfähiger Baugrund. Dadurch kann man sich jährlich viele m³ Trinkwasser sparen.
15.    Massivdecken: Bei Verwendung massiver Decken sollte man darauf achten, dass der Stahlanteil gering ausfällt. Faustformel hierzu: Dicke Decken mit wenig Stahlanteil sind günstiger als dünnere Decken mit höherem Stahlanteil. Voraussetzung ist, dass die Tragwerksplanungdarunter nicht leidet.
16.    Decke: Wenn der Schallschutz keine Rolle spielt, sollte man sich für die Holzbalkendecke statt für eine Massivdecke entscheiden. Hierbei verzichtet man ganz auf Beton als Füllmaterial und es reicht eine Tragschicht (z.B. Spannplatten), die direkt auf die Deckenbalken aufgetragen wird.
17.    Estrich: Wenn man Wert auf eine gute Trittschalldämmung legt, so ist ein schwimmender Estrich (Estrich, der auf eine weiche, dämmende Schicht aufgebracht wird) unverzichtbar. Bei massiven Decken kann man eine gute Trittschalldämmung aber auch mit weichen Bodenbelägen erzielen. Dadurch spart der Bauherr die Kosten für den Estrichauftrag.
18.    Estrichverzicht: Falls ein Bodenbelag aus Holz oder anderen Holzwerkstoffen gewählt wird, so kann man unter Umständen auf den Estrich verzichten. Eine Ausgleichsspachtelung und eine Trittschalldämm-Matte reichen dann als Untergrund aus. Oder: Man baut den Estrich als Nutzestrich ein. Dabei wird er entsprechend widerstandsfähig hergestellt, geschliffen und versiegelt. Man erhält also einen Kunststeinböden ähnlichen Belag. Die Kosten für einen Nutzestrich sind höher, allerdings sind sie niedriger als bei der Variante mit einem normalen Estrich und zusätzlichem Bodenbelag.
19.    Fenster: Bei den Fenstern hat man locker einen Einspareffekt von einigen hundert Euro, wenn man sich bei der Hausbau Planung für einige wenige, dafür aber große Fenster entscheidet statt viele kleine Fenster einzubauen.

Sparen bei: Grundriss, Eingang

Tipps für den günstigen Hausbau: 20-25

20.    Fensterverglasung: Überall dort, wo man Fenster setzten möchte, aber sie nicht unbedingt öffnen muss, ist es sinnvoll und vor allem kostengünstiger, auf Festverglasungen oder rahmenlose Verglasungen zurück zu greifen.
21.    Grundriss: Bei der Hausbau Planung sollte die Aufteilung der einzelnen Räume geschickt und vor allem sinnvoll erfolgen. Denn jeder cm mehr an Breite oder Länge des Hauses wirkt sich auf die Gesamtkosten aus.
22.    Hausanbauten: Anbauten, wie etwa Erker, Dachgauben, Balkone etc. sind zwar optisch sehr schön, sie verteuern den Hausbau aber für jeden Bauherrn deutlich. Bei gleicher Erweiterung der Wohnfläche durch Verlängerung oder Verbreiterung des Hauses spart man deutlich im Vergleich zu einem Erker beispielsweise.
23.    Statik: Die Last der Decke und des Daches wird über die Wände, bzw. Stützen eines Hauses auf dessen Fundamente übertragen. Jeder Versatz von Wänden erfordert einen zusätzlichen Aufwand bei der Konstruktion der Decken (wie etwa mehr Bewehrung oder größere Querschnitte). Faustformel: Je kürzer der Weg, desto günstiger wird am Ende der Hausbau. Dies ist erreicht, wenn die tragenden Wände übereinander liegen.
24.    Hausanschlüsse: Da ein separater Hausanschlussraum nicht gefordert wird, kann man sämtliche Anschlüsse für Wasser, Elektrizität, Gas etc. überall dort justieren, wo es die geringsten Kosten verursacht. Ein separater Raum verursacht hierbei unnötige Kosten für die Bauherren. Bei nicht unterkellerten Häusern kann man die Anschlüsse beispielsweise im Abstellraum mit unterbringen. Auch hier sollte man für die Leitungen die kürzeste Entfernung zur öffentlichen Versorgungsstraße wählen, sofern es mit den Vorschriften der Versorgungsunternehmen übereinstimmt.
25.    Hauseingang: Wenn es nicht unbedingt gewünscht ist, sollte der Bauherr bei der Eingangstür auf Seitenelemente verzichten. Wenn der Bauherr eine Beleuchtung für die Diele wünscht, so kann man auf eine verglaste Eingangstür zurückgreifen. Zudem stellen Haustüren rein wärmetechnisch oft einen Schwachpunkt beim Hausbau dar, daher sollte die Tür ohnehin nicht größer ausfallen als nötig.