U-Werte beachten

Fenster mit Wärmeschutzverglasung

Mit der Auswahl der richtigen Fenster und Rahmen lässt sich eine Menge Energie und damit Geld sparen. Beim Neubau sollten Sie die Fenster nicht vergessen, sie sind inzwischen wahre Multitalente und die Auswahl an Qualitäten und Material ist sehr groß.

Fensterrahmen
Jedes Material hat seine Vor- und Nachteile. Holz ist sehr pflegeaufwendig und die Rahmen müssen regelmäßig gestrichen werden. Ihr Wärmeschutz ist sehr gut und die U-Werte liegen bei  1,2-1,9. Holzrahmen sehen sehr wohnlich aus. Kunststoff ist pflegeleicht und preiswert, die U- Werte liegen bei einfacher Konstruktion nicht so optimal wie bei den Holzrahmen. Aluminiumrahmen sind praktisch Wartungsfrei und witterungsbeständig. Bei nicht thermisch getrennter Konstruktion sind die U- Werte und damit der Wärmeschutz sehr schlecht. Kombinationen aus verschiedenen Materialien bei denen zusätzlich noch eine Dämmschicht aus Kork oder Polyurethan-Schaum verwendet wird, haben sich als die beste Variante gezeigt. Hier sind die U- Werte bei 0,6 -0,8 und damit hervorragend gedämmt, allerdings liegen die Anschaffungskosten auch bis zu 70% höher als bei einer Normalausführung.

Wärmeschutzverglasung
Einfachverglasungen sind nicht mehr für Neubauten zu empfehlen. Man findet Sie nur noch in unsanierten Altbauten. Doppelverglasungen/Isolierfenster sollten ebenfalls nicht mehr verwendet werden. Sie waren in den 90er Jahren auf dem aktuellen Stand, heute gibt es jedoch die Dreifachverglasung. Diese wird auch als Wärmeschutzverglasung bezeichnet. Sie befinden sich auf dem aktuellen Stand der Technik und haben U- Werte von 0,8-1,2. Die Zwischenräume werden mit Argon oder Krypton gefüllt. Diese Edelgase besitzen eine weitaus höhere Isolierwirkung als Luft und sind daher besonders gut zur Wärmedämmung geeignet. In den inneren Scheiben sind praktisch unsichtbar Edelmetallbeschichtungen aufgebraucht, die dafür sorgen, dass langwellige Wärmestrahlen in den Raum zurückreflektiert werden. Die kurzwelligen Strahlen von außen werden durchgelassen. So bleibt im Winter die kalte Luft draußen und die wohlige Heizwärme im Haus.

Dachfenster mit Sonnenschutz
Besonders im Dachbereich ist es wichtig, dass die Fenster einen wirksamen Sonnenschutz bieten. Trotzdem sollte genug Licht in den Raum fließen. Das Dachfenster sollte besonders gut gedämmt sein, damit die Wärme nicht über Wärmebrücken entweichen kann. Sonnenschutzvorrichtungen sollten daher außen angebracht werden und nicht nur im Sommer vor Hitze schützen, sondern auch im Winter zur Wärmeisolierung beitragen. Die Hersteller haben gute Lösungen entwickelt, z.B. eine spezielle Beschichtung des Glases, das sich bei Sonnenlicht automatisch verfärbt.

Rollläden können Wärmebrücken sein
Rollläden können den Energiebedarf eines Hauses senken, dafür sollten Sie allerdings auch hier auf die Auswahl der richtigen Materialen achten. Holz, Kunststoff oder Aluminium- ihre Wahl hängt davon ab, welchen Energiestandard Sie erreichen möchten oder auch von den zu erwartenden Kosten für die Anschaffung. Wichtig ist vor allem, dass die Montage als einfacher Vorbau von außen erfolgt und präzise auf einen dichten und gut gedämmten Einbau geachtet wird. Nur so kann verhindert werden, dass die Rolllädenkästen zur Wärmebrücke werden und Ihnen dort viel Energie und Geld verloren geht.

Schallschutz und Einbruchhemmschutz
Vergessen Sie bei der Auswahl der Materialien nicht den Einbruchhemmschutz und den Schallschutz. Einbruchhemmschutz: Alle 2 Minuten steigen in Deutschland Einbrecher in ein Haus. Abschließbare Fenster, einbruchsicheres Glas und Fenster die sich nicht einfach aufhebeln lassen, sind eine wirksame Maßnahme gegen Einbrecher. Ein Standardfenster haben Profis auch im geschlossenen Zustand in weniger als einer Minute aufgehebelt.
Schallschutz:  Sollten Sie besondere Schallschutz-Maßnahmen benötigen, so achten Sie bei der Auswahl der Fenster auf die Dicke des Glases und dichte Übergänge von Bauwerksanschlüssen zwischen Rahmen und Flügel oder Glas und Flügel. Auch durch die kleinsten Ritzen kann sich der Lärmpegel im Haus erheblich erhöhen.  Es gibt auch besondere Schallschutzfenster, die in verschiedenen Schallschutzklassen erhältlich sind. Erkunden Sie sich bei Ihrem Baupartner nach der für Sie richtigen Klasse.

Wärmebildkamera findet Lücken in Dämmung
Sind die Fenster bereits eingebaut und Sie möchten überprüfen, ob Ihnen dort wertvolle Energie verloren geht, bietet sich eine thermographische Untersuchung an. Mit einer Wärmebildkamera werden bei niedrigen Außentemperaturen Fotos von jeder Seite Ihres Hauses gemacht. Anhand einer Farbskala kann dann gesehen werden, wo Wärme verloren geht. Die Schwachstellen können dann durch nachträgliche Dämmung oder andere Maßnahmen beseitigt werden. Da die neuen Fenster luftdicht sind, sollte Sie aber unbedingt Ihr Lüftungsverhalten anpassen. Regelmäßige Stoßlüftungen sind erforderlich um die Feuchtigkeit im Raum zu neutralisieren und damit einem Schimmelbefall vorzubeugen.