Energiebedarf eines Hauses

Energieausweis

Seit 2002 gibt es den Energiebedarfsausweis. Dieser hat die Aufgabe, die Gesamtenergieeffizienz eines Gebäudes auszuweisen, um Eigentümer und andere Nutzer zum Energiesparen zu bewegen. Und das Sparen macht im Bereich der Privatimmobilien Sinn, da hier rund ein Drittel der Primärenergie verbraucht wird. Der Ausweis muss bezüglich der Energieeffizienz Anhaltswerte darüber liefern, wie viel Energie für Warmwasser und Heizung benötigt wird und ob diese Energie konventionell oder aus erneuerbaren Energien erzeugt wird. Tipps für energetisch sinnvolle Lösungen und Modernisierungsmaßnahmen sollen ebenfalls darauf zu finden sein. Insgesamt müssen sämtliche Angaben gut ablesbar und ohne technische Vorkenntnisse nachvollziehbar sein.

Energiebedarf oder Energieverbrauch
Seit 2008 muss der Energieausweis auch für bestehende Gebäude erstellt werden, sobald diese veräußert oder neu vermietet werden. Grundsätzlich hat man die Wahl, ob der Ausweis sich am Energiebedarf oder Energieverbrauch orientieren soll.
Verbrauchsorientiert:
Hierbei wird der mittlere Energieverbrauch der letzten 3 Jahre zu Grunde gelegt und auf die Nutzfläche des gesamten Gebäudes bezogen. Zu beachten ist hier allerdings, dass Gebäude mit wenigen Wohneinheiten durch die Gewohnheiten einzelner Parteien stärker auf den Energieverbrauchswert durchschlagen als größere Wohnblocks. Die Herstellung des Ausweises ist relativ günstig, nicht zuletzt weil man die Werte selbst mit beisteuern kann. Außerdem kann dieser Ausweis nur bei Neubauten angewendet werden.
Bedarfsorientiert:
Um aussagekräftige Kennzahlen zu erhalten, müssen beim bedarfsorientierten Ausweis gewisse Berechnungen vorgenommen werden. Zur Berechnung werden die Kennzahlen der technischen Anlagen und die U-Werte der Außenwände und des Daches ermittelt. Die Heizdauer/Intensität, die Warmwasserbereitung und das individuelle Lüften einzelner Parteien werden dagegen nicht erfasst. Zudem ist für kleinere Wohnhäuser (bis zu 4 Wohneinheiten), die vor dem 01.11.1977 erstellt und nicht nachgerüstet wurden, der bedarfsorientierte Ausweis die einzige Wahl.

Energieausweis für jedes Haus
Alle Verkäufer und Vermieter müssen ab dem 1. Juli 2008 einen Ausweis vorlegen. Für Gebäude, die nach 1965 erstellt wurden, muss der Energieausweis ab dem 1. Januar 2009 ausgewiesen werden. Käufer und Mieter könne ab diesen Stichtagen einen solchen Ausweis verlangen. In großen Gebäuden mit viel Publikumsverkehr muss der Energieausweis an einer gut sichtbaren Stelle ausgehängt werden. Gewerblich genutzte Gebäude brauchen ab dem 1. Juli 2009 bei Neuvermietung oder Verkauf einen Ausweis. Der Energieausweis hat eine Gültigkeit von 10 Jahren. Für all diejenigen, die in den eigenen 4 Wänden wohnen und nicht verkaufen oder vermieten wollen, besteht keine Pflicht.

Wer erstellt den Energieausweis?
Zur Ausstellung sind Architekten, Ingenieure, Handwerksmeister und geprüfte Techniker berechtigt. Das genaue Anforderungsprofil kann der Energieeinsparverordnung entnommen werden. Anbei einige Ansprechpartner für mehr Informationen zum Energieausweis:
www.dena-energieausweis.de
www.gih-bw.de
www.bafa.de

Welche Vorteile hat der Energieausweis?
Jeder Laie erkennt sofort, ob das Gebäude einen qualitativ hohen Energiestandard hat oder nicht. Die Energiekosten können dadurch auch verlässlicher geschätzt werden. Man erhält wertvolle Hinweise in Bezug auf eine mögliche Modernisierung und energiebezogene Verbrauchsdaten und kann somit zwischen anderen Gebäuden vergleichen.  Der Energieausweis ein wichtiges Argument, wenn es um Hausbau, Hauskauf oder Miete geht.